Homosexualität in der Geschichte

Homosexualität in der Geschichte. Da ist schon der Titel allein falsch. Homosexualität kann man sich im Lauf der gesamten Geschichte gar nicht anschauen, denn so lange gibt es sie noch nicht! Die Homosexualität vs. Heterosexualität ist nämlich ein Produkt der Moderne. Das bedeutet aber freilich nicht, dass es davor nicht gleichgeschlechtliche Liebe und Sex zwischen Mann und Mann und Frau und Frau gegeben hätte. Man nannte es nur anders und auch der gesellschaftliche Blick hat sich gewandelt. Wann genau war das so? Nun ... eigentlich zu jeder Zeit und auch heute noch.

In dieser Folge des Déjà-vu Geschichte Podcast werfen wir also einen Blick auf das, was wir heute schwul, gay, lesbisch, LGBTQ oder eben homosexuell nennen würden. Wie wurde das früher gesehen? Was sagten die Moralvorstellungen der Antike zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen? Wie war das im Mittelalter? Welchen Einfluss hatte die Verbreitung des Christentums und der Bibel? Und überhaupt: Was sagt die Bibel zu Homosexualität? Diese Fragen wollen wir beantworten auf einem Ritt durch Jahrtausende der Geschichte, auf dem wir die Entwicklung der Homosexualität hin zum strafbaren Verbot, zur Sodomie und schließlich zur Legalisierung von heute nachzeichnen.

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13 Kommentare

  • Lieber Ralf,
    Danke für diese Folge und auch herzlichen Dank dafür, dass du mich erwähnt hast.

    Weißt du was? Obwohl du die Folge vor ein paar Monaten aufgenommen und hochgeladen hast, wollte ich sie für heute reservieren.

    Da heute der Christopher Street Day ist, habe ich die Folge erst heute gehört. Ich finde sie wirklich gut. Nur ein bisschen viel zu "komprimiert", wie schon andere Hörer kommentiert haben, aber 30 Minuten ist echt keine lange oder ausreichende Zeit.

    Schön zu wissen, dass wir beide im selben Jahr geboren wurden. 🙌

    Ich teile heute diese Folge auf meinen sozialen Medien. Ich bin mir sicher, besonders heute haben einige Freunde von mir etwas zum Thema hören.

    Ganz liebe Grüße
    Luis
  • Hey Luis,

    Freut mich sehr, dass dir die Folge gefallen hat! Und klar, die Kritik ist auch vollkommen angebracht. Manchmal wird es einfach zu kurz, wenn ich es in 30 Minuten +/- anpacken will. Aber es gibt ja zum Glück immer neue Aspekte, die man nochmal getrennt aufgreifen kann ;)

    Und vielen lieben Dank fürs Teilen schonmal!
  • Hallo, der Podcast gefällt mir sehr gut, die Themenauswahl ebenso.
    Höre ihn schon geraume Zeit.

    Bei dieser Folge fehlte mir ein wenig der Hinweis zu anderen Völkern in der Antike wie Kelten, Germanen, Persern oder wie war und ist es bei den Arabern, Indern, Chinesen usw.?
    Die Überschrift lautet „Homosexualität in der Geschichte“ und dann kommen Antike Griechen, christliches europäisches Mittelalter und etwas Neuzeit mit den USA. Das erscheint etwas mickrig bei diese Überschrift.
    Falls die Datenlage es nicht hergibt, würde ich es gut finden ausdrücklich zu erwähnen, dass man nicht weiß wie es bei anderen Völkern war, oder eben andere Gründe warum man sie nicht erwähnt.

    Auch finde ich, dass das Judentum zu kurz gekommen ist.
    Das Judentum wird zwar beim Durchsetzens des Christentums im Römischen Reich erwähnt, allerdings ist das Judentum ja kein Anhängsel des Christentums.
    Auch wenn das Judentum in der vorchristlichen Antike eventuell nicht besonders einflussreich war, war es doch eine andere Haltung zur Homosexualität als die der Griechen.

    Ich hätte noch ein paar Kritikpunkte, aber ich will ja eigentlich eine positive Rezension verfassen.

    Sehr gut fand ich, dass erwähnt wurde, dass Homosexualität ein modernes Konstrukt und dass man das nicht einfach auf früher übertragen darf.

    Ebenso war gut zu erklären, dass Frauen anders behandelt wurden. Hier hätte es noch etwas ausführlicher sein dürfen.

    Neu war mir die Schwurbruderschaft, wobei die zeitliche Einordnung im Mittelalter (also von 500-1500?) und geographische Einordnung (ich glaub das war östliches Europa) ziemlich grob. Aber hier fehlte mir absolut der Gegenwartsbezug. Die Schwurbruderschaft ist ja praktisch die Homoehe mit kirchlichem Segen. Diesen Lapsus musst Du Dir ankreiden lassen.

    Aber wie gesagt, alles in allem sehr guter Podcast.
  • Hey! Vielen Dank erstmal. Und ja, ich muss auch gleich zustimmen: Wie so oft hat mir mein Format hier nicht wirklich erlaubt, einen globaleren Überblick zu geben. Einerseits wegen der Länge von 30min, andererseits aber auch, weil ich schlicht viel weniger über diese Regionen weiß und deutlich tiefer in die Recherche einsteigen müsste.

    Ich versuche immer wieder, außereuropäische Themen aufzugreifen für einzelne Episoden und mir da den deutlich höheren Rechercheaufwand auch zu gönnen. Sonst kommt man über den eigenen Eurozentrismus ja nie hinweg. Gerade bei solchen Überblicksfolgen fällt mir das dann aber oft schwer, allein schon zeitlich.

    Insofern ja: Der Titel klingt hier allumfassender als der Inhalt. Andererseits ist ein Titel mit endlosen Qualifizierungen und Einschränkungen auch wieder unpraktisch
  • Die Schwurbruderschaft war mir vollkommen neu, aber sehr interessant.
    Danke, dass du das ausgegraben hast!

    Schockierend zu dem Thema ist, dass in der BRD männliche Homosexualität bis 1994 strafbar war und auch verfolgt wurde. Das hat bis in die Neuzeit viele Lieben und Leben zerstört. Die DDR hatte das schon 1957 abgeschafft und bestand bei den Verhandlungen zur deutschen Vereinigung erfolgreich darauf, dass § 175 StGB auch nach der Wiedervereinigung in den fünf ostdeutschen Bundesländern nicht anzuwenden war.
    Die auf Basis dieses Gesetzes gefällten Urteile wurden erst 2017 aufgehoben.
  • Hey Andreas,

    ist mir auch erst in der Recherche erstmals untergekommen. Und auch wenn man es natürlich nicht verallgemeinern oder überbewerten darf: Echt eine spannende Institution!

    Und Mann, Mann, Mann ... 1994... wirklich eine Schande. Aber immerhin: Damit war im Osten ja doch nicht alles schlecht ;)
  • Die Aussage, dass "männliche Homosexualität bis 1994 strafbar war", ist nur bedingt richtig bzw. zu pauschal.
  • Hey! Kannst du dazu mehr Details geben?
  • Wenn ich den Kommentar von Andreas Moser lese, dann liest sich das so, als dass ab 1957 in der DDR Homosexuelle (strafrechtlich) den Heterosexuellen gleichgestellt waren, während in der BRD noch bis 1994 beispielsweise 2 schwule 30-jährige Männer mit Strafverfolgung rechnen mussten.
    Die DDR war der BRD in der Gleichstellung also etwa 37 Jahr voraus.

    Wenn ich es richtig sehe, hat die DDR den Paragrafen 175 zwar 1957 abgeschafft, aber der gleichgeschlechtliche Verkehr von Erwachsenen mit Jugendlichen war weiterhin verboten.
    Die BRD zog hier 1973 nach. Wenn ich es richtig verstehe, war Homosexualität Unter Erwachsenen ab dann nicht mehr strafbar.
    Strafbar waren dann noch Handlungen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen.
    Die DDR hat ihren „Jugendschutzparagrafen“ 1989 abgeschafft, die brd 1994.
    Die ddr war in diesem Bereich der brd immer voraus, aber keine 37 Jahre. Es gab strafrechtlich eine diskriminierung von Schwulen, aber die Aussage, dass männliche Homosexualität in der brd bis 1994 strafbar war, würde ich aus den oben angeführten Gründen als falsch erachten, da Ab 1973 ein erwachsenes Schwulenpaar nicht mit Strafverfolgung rechnen musste. (Ich hoffe, ich habe keine Fehler gemacht und lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, wenn jemand noch was weiß, was ich übersehen habe usw.
  • Der Kommentar von Andreas Moser erscheint etwas verkürzt bzw. Es wird der Eindruck erweckt, dass die DDR ab 1957 strafrechtlich keinen Unterschied mehr zwischen Homo- und Heterosexualität machte und die BRD hier erst 1994, also 37 Jahre später, nachzog.
    Homosexuelle Handlungen mit Jugendliche waren in der DDR bis 1989 Unter Strafe gestellt.
    In der BRD waren ab 1973 nur noch Homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen strafbar und das wohl bis 1994. Diskriminierend war das zwar immer noch, aber ein schwules, erwachsenes Pärchen musste in den 80er und den frühen 90ern keine strafrechtliche Verfolgung mehr fürchten.
  • Die Jungs umarmen sich kurz, hauen sich auf die Schultern o. boxen zärtlich, so zeigen sie ... Abwesenheit von Feindschaft, vielleicht Liebe, die die meisten nicht zugeben wollen würden, weil Liebe irgendwie mit Sex verbunden wird, also ausserfamiliär.
    Mir tat, als ich einst allmächlich zu denken begann, zuerst mein Bruder leid, später auch all die andren Burschen, die nicht wie wir Weibsleut freundschaftsbedingt liebevoll Händchen halten und Bussi gebend durch die Gegend laufen konnten.
    Es waren zuerst die erwachsenen Männer, die den lieben Gesten die Unschuld nahmen, hin und wieder auch uns Mädchen einen dummen Spruch rüberwachsen liessen.
    Mein Bruder hat mehr als 20 Jahre gebraucht, um die antrainierte "männliche" Steifheit ein wenig loszuwerden.
    Die armen Jungs, egal ob schwul oder nicht, echt.
  • Da triffst du den Nagel auf den Kopf ... heute würde man es wohl "toxische Männlichkeit" nennen und zum Glück tut sich da langsam doch ein bisschen was

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