Das Jahr 1492 in Spanien

Das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit zu definieren, ist auch unter Historikern ein schwieriges Thema. Viele Daten sind möglich, aber die Ereignisse eines Jahres stechen im Ausmaß ihrer Folgen doch hervor: Das Jahr 1492 in Spanien. In einem Spanien, dass es kurz zuvor noch gar nicht gab. Erst 1479 waren die alten Königreiche Kastilien und Aragon durch die Hochzeit der Monarchen Isabella und Ferdinand in einer Personalunion vereint worden. Nun machten sie sich aber daran, die Reconquista zu einem Ende zu bringen. Die muslimischen "Mauren" sollten endgültig besiegt und die Iberische Halbinsel wieder in christlicher Hand sein. 

So sollte es geschehen, eben in jenem ereignisreichen Jahr 1492. Am 2. Januar fand die Reconquista tatsächlich ihren Abschluss. Das letzte muslimische Königreich in Granada wurde vom neuen Spanien erobert. Damit war die "Reinigung" des Staates aber noch lange nicht abgeschlossen. Mit dem Alhambra-Edikt folgte sogleich am 31. März die Judenvertreibung aus Spanien. Bis zum 31. Juli hatten die zahlreichen Juden des Landes nun Zeit, entweder zum Christentum zu konvertieren, oder auszuwandern. Hunderttausende wählten die zweite Option. Und ganz nebenbei machte sich im Schatten dieser Ereignisse am 3. August auch noch ein Christoph Kolumbus auf den Weg zur (wie sich später herausstellte) Entdeckung Amerikas.

Melde dich hier für den Déjà-vu Newsletter an! Hier geht's zur Episode über die Beweggründe Kolumbus' und hier kannst du Déjà-vu Geschichte finanziell unterstützen.

Diese Episode findest du auch auf deja-vu-geschichte.de. Dort kannst du mir gerne ein Kommentar hinterlassen, ich würde mich freuen, von dir zu hören! Und wenn dir der Déjà-vu Geschichte Podcast gefällt, abonniere ihn doch bitte in deinem Podcatcher und bewerte ihn auf Apple Podcasts! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

2 Kommentare

  • Hallo Ralph,
    sehr interessant ... hab natürlich wirklich erst an Columbus gedacht ;-)
    Dennoch bin ich eindeutig beim Fall von Ostrom an die Osmanen als "Stichtag". Begründung: Damit ging die beherrschende Macht Europas der letzten 1.000 Jahre zu Grunde.
    Und wegen Weltmacht: Es gab um 1500 und auch noch danach diverse Mächte, die Spanien zumindest gleichwertig waren: China, Das Mogul-Reich in Indien, Persien, die Osmanen.
    Und: Amerika wurde definitiv nicht von Columbus "entdeckt": Wikinger, ja selbst Kelten waren möglicherweise früher da. Und dann sind da noch die südamerikanischen Pflanzen im Grab eines Pharaos ...
    Gruß, Ludwig
  • Hey Ludwig,

    Das Argument für 1453 steht natürlich, da hast du schon recht. Aber letzten Endes denke ich, es kommt auf den Raum an, dem man sich widmet. Für Westeuropa und ganz besonders natürlich für die sogenannte Neue Welt ist 1492 ein alles veränderndes Datum. Für den östlichen Mittelmeerraum eben deutlich weniger.

    "Weltmacht" ist vielleicht wirklich ein falscher Begriff .. Aber zumindest wurde Spanien zur beherrschenden Macht in Europa für das nächste Jahrhundert.

Was denkst du?

Hol dir deine Dosis Geschichte!

Podcast abonnierenAlle Podcast-EpisodenAlle Blogartikel

Déjà-vu unterstützen

Ich freue mich über jede Unterstützung! Hier findest du alle Möglichkeiten dafür